Liebe Leserin, lieber Leser!
„Hier fängt Zukunft an.“ Ein griffiger Satz, der wohl bei jeder und jedem von uns ein Bild im Kopf entstehen lässt. Meistens werden da junge Menschen vorkommen, vielleicht die eigenen Kinder oder Enkelkinder. Es ist schon fast eine Plattitüde: Die Jugend ist unsere Zukunft.
Der Schlüssel, damit junge Menschen die Zukunft angehen, Pläne und Visionen entwickeln, die Welt zum Guten verändern können, ist Bildung. Aber oft sind die Startbedingungen alles andere als gut – hier bei uns und noch viel mehr in den armen Ländern weltweit.
Und damit sind wir beim Thema der diesjährigen Fastenaktion des katholischen Hilfswerks Misereor. Anhand der Geschichten verschiedener junger Menschen aus Kamerun zeigt Misereor auf, wie mit etwas Starthilfe, mit der Möglichkeit, einen Beruf zu erlernen, Lebensträume verwirklicht werden können.
Wenn man in Kamerun aus einer armen Familie stammt, ist es alles andere als selbstverständlich, dass man eine Lehre machen kann. Generationen von jungen Leuten kommen aus dem Teufelskreis von Gelegenheitsjobs und Arbeitslosigkeit nicht heraus. Hier setzt das Misereor-Partnerprojekt CODAS Caritas Douala an: Es hilft jungen Menschen, ihre Fähigkeiten und Begabungen zu entdecken, unterstützt die Finanzierung ihrer Ausbildung und begleitet sie auf dem Weg in die berufliche Zukunft.
„Hier fängt Zukunft an.“ Dieser Satz gilt aber auch uns. Wo wir über unseren Tellerrand schauen; wo wir nach Möglichkeiten suchen, die Welt ein Stückchen gerechter zu machen, auch da fängt Zukunft an. Gerechter wird die Welt zum Beispiel dort, wo junge Menschen durch eine gute Ausbildung ihre Talente und Gaben entfalten können. Ihre Geschichten zeigen: Was sie gelernt haben, setzen sie ganz bewusst auch dazu ein, anderen zu helfen. Die Starthilfe für einen einzelnen Menschen zieht dann weite Kreise.
Wenn wir uns daran ein Beispiel nehmen, wenn wir – jetzt in der Fastenzeit und rund ums Jahr – dabei mithelfen, dass Menschen die Chance auf ein besseres Leben bekommen, erfüllen wir den Auftrag Jesu, unsere Nächsten zu lieben.
Misereor bietet dazu eine wunderbare Möglichkeit. Das Hilfswerk steht seit bald 70 Jahren in aller Welt denen zur Seite, die sonst allzu oft übersehen werden. Wenn Sie einen Augenblick Zeit haben, schauen sie sich mal auf www.misereor.de um. Es ist atemberaubend, wo überall sich Misereor engagiert und wie vielen Menschen durch dieses Engagement der Weg in ein besseres Leben ermöglicht wird.
Am 5. Fastensonntag ist Misereor-Kollekte. Ich lade sie sehr herzlich ein: Machen Sie mit. Unterstützen Sie die unverzichtbare Arbeit von Misereor – und informieren Sie sich, was so alles hinter diesem vielleicht altbekannten Namen steckt. So bekommen unsere Nächsten weltweit ein Gesicht und eine Vielzahl an Nöten unserer Welt wird sichtbar, die es sonst kaum jemals in die täglichen Schlagzeilen schaffen. Sichtbar wird aber vor allem auch, dass wir nicht hilflos zuschauen müssen, sondern dazu beitragen können, dass in Kamerun und an vielen anderen Orten der Welt Zukunft anfangen kann.
Ihre Angelika Joachim
Gemeindereferentin
