logo PG St. Christophorus

Die Theologin Sabine Pemsel-Meier schreibt sehr anschaulich über die Bedeutung der Asche:

„Asche auf mein Haupt!“ - Eine im Alltagsleben gern verwendete Redewendung, wenn ein Mensch sich bewusst ist, dass er einen Fehler gemacht hat, für den er zwar Kritik verdient, der sich aber doch nicht ganz so dramatisch darstellt. Oft klingt dabei ein etwas ironischer oder nicht ganz ernst gemeinter Unterton durch. Am Aschermittwoch allerdings wird es ernst mit der Asche auf meinem Haupt. Asche ist Zeichen der Vergänglichkeit und Endlichkeit. „Asche zu Asche, Staub zu Staub.“ Asche ist zugleich ein Symbol für Reue, Buße und die Bereitschaft zur Umkehr. Mit Wasser oder Öl zu Lauge gemischt, diente Asche lange Zeit als Reinigungsmittel und wurde so zum Zeichen auch für die innerliche Reinigung. Am Aschermittwoch rücken uns all jene Wirklichkeiten auf den Leib, die wir sonst gerne fernhalten von uns, versuchen zu verdrängen, und die uns doch unweigerlich einholen: Endlichkeit und Vergänglichkeit, Tod und Trauer, Schuld und Notwendigkeit von Buße und Umkehr. Die Asche, die uns mit gutem Grund in Form eines Kreuzes aufgezeichnet wird, konfrontiert uns damit, dass christliches Leben immer auch unter der Signatur des Kreuzes steht, dass es kein Ostern ohne Karfreitag, keine Erlösung ohne Sünde gibt. Es braucht ein ausdrucksstarkes, ein wahrhaft schmutziges Symbol, es braucht Zeiten und Tage wie Aschermittwoch, um sich dieser Signatur des Kreuzes bewusst auszusetzen.

(Sabine Pemsel-Meier in: Alles hat seine Zeit, Der Kalender für Frauen 2021, St. Benno-Verlag)

­