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Würzburg (POW) Diakone sind dazu berufen, der „Globalisierung der Gleichgültigkeit“, wie es Papst Franziskus nennt, etwas entgegenzusetzen, indem sie Not sehen und handeln. Das hat Bischof Dr. Franz Jung bei der Diakonenweihe im Würzburger Kiliansdom am Samstag, 26. Oktober, hervorgehoben. Unter Handauflegung und Gebet spendete der Bischof dem 27-jährigen Bertram Ziegler aus der Pfarrei Baunach-Sankt Oswald, der auf dem Weg zur Priesterweihe ist, die Diakonenweihe. Deutlich werde das Prägende im Leben eines Menschen, der aus Gottes Geist heraus lebt, unter anderem im Vollzug des Stundengebetes, in der Meditation der Heiligen Schrift und durch den Einsatz für andere aus der Kraft der Eucharistie, sagte Bischof Jung.

 

 

An dem Festgottesdienst nahmen unter anderem Weihbischof em. Helmut Bauer, Personalreferent Domkapitular Monsignore Dietrich Seidel, Regens Stefan Michelberger, Mitglieder des Domkapitels, zahlreiche Priester und Diakone sowie Verwandte, Freunde und Bekannte des neuen Diakons teil. Unter anderem ministrierten Jungen und Mädchen aus Zieglers Heimat sowie seinen Praktikumspfarreien.

In seiner Predigt betonte der Bischof, dass die globale Not oft viel näher sei als die meisten dächten. Das habe nicht zuletzt das Jahr 2015 gezeigt, als viele Flüchtlinge nach Deutschland kamen. Als Bischof benötige er Diakone „als Ohr für die Schwingungen der Zeit“. Die Nöte der Menschen seien immer ein Anruf Gottes an die Gläubigen, hier tätig zu werden und Leiden zu lindern. In Psalm 24 sei davon die Rede, dass Menschen mit reinen Händen und lauterem Herzen hinaufziehen dürften zum Herrn. „Reine Hände hat der, der sich nicht scheut, sich die Hände schmutzig zu machen im Dienst am Nächsten. Habe ich den Mut und die Entschiedenheit, dort etwas zu tun, wo andere wegschauen?“, fragte der Bischof.

Der Zölibat, den Ziegler mit der Weihe verspreche, sei äußeres Zeichen dafür, dass er sich ganz der Welt Gottes verschreibe. Das Stundengebet, zu dem er sich gleichzeitig verpflichte, vollziehe dieser stellvertretend für alle, die nicht beten könnten, erklärte der Bischof weiter. Zugleich seien die Psalmen, die beim Stundengebet zentral sind, eine stetige Erinnerung an das, wofür der Diakon antrete. „Gottes Wort will Fleisch werden in jedem, der sich diesem Wort aussetzt“, erklärte Bischof Jung.

Zu Beginn der Weihe wurde der Kandidat aufgerufen. Er versprach, sein Leben an Jesus Christus auszurichten und ihm besonders in Armen, Kranken, Heimatlosen, Notleidenden und allen Ausgegrenzten zu dienen. Dem Bischof gelobte er Gehorsam. Zudem erklärte Ziegler seine Bereitschaft, zukünftig zölibatär zu leben. Während der Anrufung der Heiligen lag er als Zeichen der Hingabe an Christus ausgestreckt auf dem Boden. Danach legte ihm Bischof Jung schweigend die Hände auf und sprach das Weihegebet. Nach der Weihe wurde der Diakon von seinem Praktikumspfarrer Heribert Kaufmann aus Kleinostheim mit Stola und Dalmatik bekleidet. Von Bischof Jung bekam Ziegler das Evangelienbuch überreicht. Anschließend umarmten der Bischof und die Verantwortlichen des Priesterseminars den Neugeweihten als Zeichen der brüderlichen Verbundenheit.

Am Ende des Gottesdienstes dankte Ziegler allen, die ihn auf dem bisherigen Weg begleitet und an der Feier im Dom mitgewirkt haben. Musikalisch gestalteten Domorganist Professor Stefan Schmidt, der Kleinostheimer Projektchor „Bunt Gemischt“ unter der Leitung von Angela Jansen, die Instrumentalisten Veronika und Ludgera Hallenbach (Querflöte), Sebastian Dillinger (Trompete) und Lisa Wagner (Harfe) sowie die beiden Kantoren Adam Nowak und Pfarrvikar Dr. Simon Schrott die Feier. Eine Begegnung auf dem Kiliansplatz zwischen Dom und Neumünster schloss sich an. Dort nutzten die vielen Gottesdienstbesucher die Gelegenheit, dem neuen Diakon persönliche Glück- und Segenswünsche zu übermitteln.

mh (POW)

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