Liebe Kirchengemeinden,
Anfang Oktober feiern wir zwei Feste: Erntedank und das Fest des heiligen Franziskus, in Erinnerung an seinen 800. Todestag
Das passt gut zusammen, denn Franziskus kann uns das Danken lehren. Von ihm stammt der berühmte Sonnengesang, ein wunderbarer Lobpreis auf Gott, ein Danklied auf all seine Geschöpfe. Franziskus hat den Sonnengesang geschrieben, als es ihm gar nicht gut ging, ein Jahr vor seinem Tod.
Franziskus ist fast blind und da rühmt er die Sonne als herrliches Geschöpf Gottes. Er preist Gott für den Mond und die Sterne, für den Wind und das Wasser. Er lobt ihn für das Feuer und die Erde mit all ihren Früchten und bunten Blumen und Kräutern. Alles ist für ihn Bruder und Schwester. Die Vielfalt der Natur wird ihm zum Zeichen der Größe Gottes, zum Zeichen seiner großen Güte. In allem findet und begegnet er Gott.
Franziskus bewundert die Natur aber nicht nur. Er staunt. Und sein Staunen ist Gebet. Er preist und dankt Gott. Gottes Liebe ist für ihn unsagbar groß und wunderbar. Von ihm weiß er sich geführt und geleitet. Ihm vertraut er sich an. Ihm überlässt er seine Sorgen.
Das Erntedankfest fordert uns auf, nachzudenken und nichts für selbstverständlich zu nehmen. Über den Gaben sollen wir den Geber entdecken, den erkennen, der da ist wie ein guter Vater, ihn, von dem alles kommt und der unser Leben in seinen Händen hält.
Wer dies sieht, der findet auch – wie Franziskus – zum Dank und zum Lobpreis Gottes.
Der Oktober ist auch der Rosenkranzmonat.
So können uns die beiden großen Themen dieses Oktobers begleiten: Der dankbare Blick auf Gottes Schöpfung und der betrachtende Blick auf Jesus!
Vielleicht nehmen wir uns in diesem Monat immer wieder ein wenig Zeit zum Staunen, zum Danken und zum Beten. Schauen wir – wie Franziskus – auf die Schönheit der Schöpfung und entdecken wir darin die Spuren Gottes. Und schauen wir im Rosenkranz mit Maria auf Jesus, auf sein Leben und auf seine Liebe zu uns. Wer dankbar schaut, sieht die Welt mit anderen Augen. Und wer mit Maria auf Jesus schaut, darf erfahren, dass er mit seinen Sorgen, Hoffnungen und seinem ganzen Leben nicht allein ist.
Möge der Oktober uns neu zum Staunen, zum Danken und zum Vertrauen führen.
Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Zeit.
Ihr Pater Peter
