logo PG St. Christophorus

Die Corona-Pandemie bedeutet für uns einen permanenten Ausnahmezustand. Seit nunmehr einem Jahr leben wir mit der Angst vor der ansteckenden Krankheit. Wenn nicht selbst infiziert, bangen wir um die Covid-Betroffenen im Bekannten- oder Familienkreis. Unsere existenziellen Sorgen vergrößert noch die Unsicherheit auf dem Arbeitsmarkt. Die sozialen Einschränkungen und der seelische Druck bestimmen unseren Alltag. Kommen wir klar mit Stress und Belastung, die durch Homeschooling und Homeoffice verursacht werden? Damit wir diese Herausforderungen positiv bewältigen, bitten wir Gott um Kraft und Zuversicht? Suchen wir nach Sinn und Freude im Engagement für die Schwachen und Schutzbedürftigen? Wollen wir unsere Lebensgewohnheiten ändern, um die Gesundheit und das Wohlergehen zu fördern?

Bald ist der Frühling da und wir feiern Ostern, das Fest unseres Glaubens. Als Christen werden wir unser Taufversprechen erneuern und zwar in doppelter Weise. Wir erklären unser „Nein“ dem Tod, dann sagen wir unser „Ja“ zum Leben! Es ist wohl kein Zufall, dass bei der Taufe bzw. bei der Tauferneuerung in der Osternacht oder vor der Erstkommunion an erster Stelle ein „Nein“ kommt. Zunächst müssen wir dem Negativen widersagen, Böses unterlassen, Widerstand leisten gegen alles, was uns erdrückt und schadet! Darum der irrsinnige Aufwand, die radikalen Maßnahmen gegen die Verbreitung des Coronavirus. Hier fällt unser „Nein“ entschieden aus, aber damit dürfen wir es nicht belassen, denn von einem „Nein“ kann niemand leben. Den zweiten Schritt tun wir zielbewusst zum großen „Ja“, zum erfüllten Leben!

Wir können „Ja“ sagen, weil wir wissen, dass Gott schon längst zu uns allen „Ja“ gesagt hat. Er hat sein „Ja“ für Jesus (Mt 3,13-17) und ein für alle Mal zu uns gesagt: Du bist mein geliebter Sohn, meine geliebte Tochter, an dir habe ich Gefallen! Das gilt auch in der Erfahrung von Grenzen und Schuld, im Versagen und Scheitern, und gerade dann, wenn wir mit Jesus wieder zum Leben auferstehen möchten (Joh 11,25). Wenn wir das anstreben, wie viel Energie und welche vertrauensvolle Gelassenheit strömt uns zu! Mit Gottes Hilfe richten wir unsere Lebensweise in der Zeit der Corona-Krise neu ein. Die erzwungene Entschleunigung hat uns gelehrt, dass es in unserem Miteinander auch anders gehen kann und muss. Sie brachte uns eine positive Sicht der Welt bei, ein „Ja“ zur Zukunft, auch wenn vieles schwierig bleibt. 

In der Hoffnung, dass wir das umfassende „Ja“ Gottes erfahren, das stärker ist als die vielen „Neins“, denen wir täglich ausgesetzt sind, wünschen wir allen Bürgern in unseren Gemeinden ein gesegnetes und frohmachendes Osterfest! Erfreuen Sie sich bester Gesundheit und bis bald in der Kirche! Alle geplanten Termine der Gottesdienste finden Sie im Pfarrbrief bzw. im Kirchenaushang.

Für die Pfarreiengemeinschaft St. Christophorus
Pfarrer Dr. Matthias Rusin

­